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Charakteristika der Region

Au und Haidhausen, die beiden 1854 eingemeindeten Vorstädte auf der östlichen Flussniederung bzw. Isarhochterrasse, weisen in ihrer geschichtlichen Entwicklung Parallelen auf. Ehedem Herbergenviertel der Handwerker und Tagelöhner, entwickelten sie sich in der Gründerzeit, insbesondere in den Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Krieg von 1870/71, zu Arbeitervorstädten. Eine Besonderheit des Stadtbezirks waren die zahlreichen, hier ansässigen Brauereien, die an der Terrassenkante der Isar ideale Standorte für Tiefbrunnen und Lagerkeller vorfanden. Von diesen Brauereien produziert heute nur noch die Paulaner-Brauerei in der Au. Während über die Hälfte des Häuserbestandes in der Au, mit seinen für diesen Stadtteil so charakteristischen alten Herbergen, durch Kriegszerstörungen vernichtet wurde, blieb das historische Stadtbild von Haidhausen, mit dem „Franzosenviertel“ rund um den Pariser Platz, weitgehend erhalten, allerdings mit der Folge, dass Haidhausen in den 1970er Jahren zum zweiten (neben dem Westend) großen Sanierungsgebiet Münchens wurde. Mit der dadurch ausgelösten Aufwertung des Viertels und der direkten Verkehrsanbindung an die Innenstadt (S und U-Bahn) vollzog sich nicht nur ein grundlegender Strukturwandel von der Vorstadt zum City-Randgebiet (im Gegensatz zur Au, wo dieser Prozess weniger ausgeprägt verlief), sondern auch ein Imagewandel. Haidhausen wurde zum Szene- und Amüsierviertel. Die in der Au und in Haidhausen ursprünglich traditionell ausgewogene Mischung von Wohn und Gewerbenutzung ist durch Auslagerung störenden Gewerbes bzw. Nutzungsumwandlungen in Veränderung geraten. In Haidhausen entfällt mittlerweile ein Großteil der Arbeitsplätze auf den Dienstleistungssektor bzw. den öffentlichen Bereich. Unter den öffentlichen Einrichtungen sind u.a. der Bayerische Landtag (Maximilianeum) und das Klinikum Rechts der Isar zu nennen. Als Brückenkopf zur City nimmt der Gasteig eine besondere Stellung ein. Hier steht das Kulturzentrum am Gasteig (beherbergt Stadtbibliothek, Volkshochschule, Konservatorium und Philharmonie), das zusammen mit der benachbarten Muffat-Kulturhalle einen Mittelpunkt des Münchner Kultur- und Musiklebens darstellt. Mit den alljährlichen Auer Dulten (Jahrmärkte) und dem Starkbieranstich im - nach einem Großbrand im November 1999 wiederaufgebauten Salvatorkeller - hat sich in der Au noch ein Stück traditioneller Alltagskultur erhalten. Die Sozialstruktur der beiden Bezirksteile ist nicht zuletzt in Folge des Strukturwandels seit längerem im Umbruch begriffen. Alteingesessenen Bewohnerinnen und Bewohnern stehen in verstärktem Maße einer jüngeren Bevölkerung gegenüber. Der Ausländeranteil liegt knapp unter dem städtischen Durchschnitt.

Durch die beschlossene Neubebauung des bisherigen Paulanergeländes ab 2016, sowie die Bebauung des angrenzenden Ostbahnhofgeländes wird sich die Bewohner- und Infrastruktur im Stadtbezirk 5 nachhaltig ändern. Auf dem ehemaligen Gewerbestandort werden von 2017 bis 2023 um die 1500 Wohnungen für 3500 Bewohnerinnen und Bewohner entstehen.

Quelle:

Statistisches Amt der Landeshauptstadt München; Statistisches Taschenbuch; München 2016

Impressionen REGSAM-Region Au-Haidhausen (5)

Besonderheiten der sozialen Infrastruktur

Haidhausen ist ein Stadtviertel mit einem hohen Gemeinschaftsgefühl. Dies zeigt sich auch an der engen Kooperation sozialer Einrichtungen, und nicht zuletzt an dem jährlichen nicht kommerziellen Stadtteilfest, das in München einzigartig ist. Obwohl dieses Stadtviertel bereits in den 80ern gentrifiziert wurde, zeichnet es sich bis heute durch eine große Durchmischung der Bevölkerung aus.